IMG_58671.jpgNachdem ich nun ein paar 100 Bilder mit verschiedenen Voreinstellungen entwickelt habe, ein paar Dutzend Bilder auch einzeln durchprobierte, kann ich mir immer noch nicht vorstellen, daß dieses Tool für den engagierten Amateur oder Profi wirklich Sinn machen könnte. Es passt, ganz unabhängig vom Preis, nicht in einen Workflow mit dem Anspruch aus einem Bild das möglichst Beste heraus zu arbeiten.
Bilder im Batch zu bearbeiten kann, bei technisch ähnlichen Bildern, eine deutliche Arbeitserleichterung bedeuten, das Ergebnis liegt dann aber immer nur im Mittelfeld, mit ein paar positiven und ein paar negativen Ausreißern.

In dem Moment in dem ich mit Feintuning beginne, fällt der Zeitgewinn flach und dann gibt es auch den zeitlichen Vorteil gegenüber einem Rawkonverter oder der dem Rawkonverter folgenden Bildbearbeitung nicht mehr. Dafür hat man im Rawkonverter deutlich mehr und deutlich leistungsfähigere Einflussmöglichkeiten die zu einem technisch besseren Ergebnis führen können. Zusätzliche Bearbeitungsprofile und Settings lassen sich in aktuellen Rawkonvertern ebenfalls anlegen, was bei entsprechender Erfahrung und Übung auch zu einer beträchtlichen Zeitersparnis führen kann.
Erfahrene Photoshop Benutzer werden in der Regel auch eigene Aktionen und Scripte zu unterschiedlichen Aufgabenstellungen anlegen und werden dann bei Perfect Clear kaum noch einen echten Mehrwert erkennen können.

Bei der Benutzung von Bildern im JPG Format, waren die Ergebnisse von Perfect Clear teilweise auch nicht besser, als das was Picasa mit seinen diversen ein-klick Bildmanipulationen anbietet. Hinsichtlich JPG Feintuning wird bei mir die Messlatte durch den JPG-Illuminator gesetzt und diese Messlatte war dann auch ein bisschen zu hoch.
Bei der Benutzung von RAW sind die Ergebnisse, wenn die Bilder problematisch hinsichtlich Lichter und/oder Schattenzeichnung und Rauschpegel sind, teilweise schlechter, als die Default Interpretation einiger meiner RAW Konverter (z.Z. benutze ich RawTherapee, Lightzone,  LightRoom und Cyberlink Photodirector).  Mit ein bisschen Glück fand sich dann ein Preset auf dessen Grundlage man ein Bild dann wieder aufbessern konnte. Mit Batchverarbeitung eines kompletten Verzeichnisses und daraus resultierender Zeitersparnis hat das aber wieder wenig zu tun.
Bei solchen Bilder kommt man dann, bei manueller Nacharbeitung, im direkten Vergleich mit den Rawkonvertern,  auch an die Grenzen von Perfect Clear. Das es für den Portraitbereich ein paar Schmankerl hat, die einem die Arbeit erleichtern können, reißt es, für mich, auch nicht raus.

Perfectly Clear mag eine einfache Lösung für einfache Bildkorrekturen in technisch nicht allzu schwierigen Bildern darstellen. Die Ergebnisse können dann auch, bei kluger Wahl der Presets, zu einer Verbesserung der Bildanmutung führen, die auf dem Niveau eines manuell bearbeiteten Bildes liegen. Das mag ganz hilfreich und nützlich für Anwender sein, die ungerne Zeit und Aufmerksamkeit in die Bildbearbeitung investieren.

Und damit sind wir schon bei meiner persönlichen Wichtung des Preis/Leistungsverhältnisses angekommen. Für die 3-4 Euro die es als APP für Mobile Devices kostet, das würde das Spielkind in mir sofort kaufen. Wohl wissend, daß dieses Programm nicht wirklich Sinn für mich macht. Da sich der Preis aber sicher am Preis der LR/PS Plugin Variante orientieren wird, also jenseits der 100€ Marke, verdunstet diese Anwendung schlagartig wieder aus meinem Wahrnehmungsbereich.

Ich glaube, ich gehöre einfach nicht zur Zielgruppe …

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