Piwigo

Es gibt inzwischen ein unüberschaubares Angebot an Möglichkeiten, seine Bilder im Web zu präsentieren. Das fängt bei Foren an, geht über kostenfreien (Basis) Angebote von Picasa oder Communitys wie Flickr bis hin zu deren kostenpflichtigen Premium Angeboten. Dem gegenüber steht dann die Präsentation auf der eigenen Webpräsenz, in der Regel auf einer eigenen Domain oder bei Freehostern auf einer Sub Domain.

Das Angebot an Galeriescripten ist kaum noch überschaubar. Ich habe seit 2001/2002 weit über 100 verschieden Scripte installiert, beginnend bei puristischen Minimallösungen wie photoframe, über netter anzuschauende wie ShowIt bis hin zu mächtigen, multiusertauglichen Systemen wie Yappa-ng, die alle ohne Datenbank auskommen. Die bekannten „großen“ Systeme, die in der Regel Datenbankbasierend arbeiten, wie coppermine, 4images, menalto Gallery2/3 und Zenfoto, waren natürlich, nachdem Mysql Datenbanken in Hostingpaketen zur Normalität wurden, auch alle mal dran. Wobei in diesem Reigen, für meine Bedürfnisse, Yappa-ng das Rennen machte, bedauerlicherweise wird es nicht mehr weiterentwickelt.

„Hängengeblieben“ bin ich, seit 2005, bei Piwigo (früherer Name phpwebgallery) als primäre Galerie zur Verwaltung meines Online Bildbestandes, auch wenn ich zwischendurch mal parallel ein reines Bildblog auf der Basis von Pixelpost nutzte (abgeschaltet am 26.09.2012) und einen längeren Versuch mit einer WordPress Lösung (nextgen) machte.

So leistungsfähig die WordPress/nextgen Lösung auch ist, WordPress ist inzwischen so ressourcenhungrig geworden, dass ich davon nur noch eine Installation zur Abschreckung habe. Nextgen für sich alleine, ohne den Wurmfortsatz WordPress, wäre auch eine interessante Gallerielösung.

Die großen Systeme unterscheiden sich nur noch minimal, sie bieten einen ähnlichen Leistungsumfang, die Unterschiede liegen im Detail, Anzahl vorhandener Thementemplates und/oder dem Komfort der Verwaltung. Die Unterschiede liegen meist in Details, die aber für manchen Betreiber Schlüsselfunktionen darstellen können. Was ist nun für mich das Besondere, oder gar Alleinstellungsmerkmal, von Piwigo?

Piwigo bietet ein leistungsfähiges Tagging System (Verschlagwortung), das es ermöglicht die Tags (Schlagworte) als Suchbaum zu benutzen. Wenn man ein Tag benutzt, werden in Tagfenster nur noch die Tags angezeigt, die damit verknüpft sind, so kann man sich z.B. eine eigene, durch mehrer Tags eingegrenzte, Sicht auf den Bildbestand basteln. Vorraussetzung ist natürlich, das der Admin dieses System auch füttert, was er aus Eigeninteresse natürlich machen wird, weil … wir damit zu einem echten Alleinstellungsmerkmal kommen, dass in der Eigenwerbung von Piwigo nie so recht dargestellt wird: die virtuellen Alben. Einfach ausgedrückt: ich lade ein Bild einmal physikalisch in die Galerie (wofür es mehrere Möglichkeiten gibt) und kann dann dieses eine Bild mit mehreren Alben verlinken. Ein analoges S/W Frauenportrait kann dadurch gleichzeitig in dem Album Portraits, S/W, Analog und so weiter sein. Die physikalische Struktur (die aber ebenfalls, auch parallel, möglich ist) ist dadurch absolut getrennt von der Anzeige. Dem Admin steht dabei ein „Sammelkorb“ zur Verfügung in dem er Bildgruppen (z.B. über die Tags generiert) auf einen Rutsch neue Tags oder eben auch Alben zuweisen kann.

Das man absolute Kontrolle darüber hat, wer was wo sehen kann, Rechtevergabe an Guppen/Personen zusätzlich noch mit dem Status verbunden, bis auf die Einzelbildeben hinunter, wird die Mehrheit der Anwender sicher selten benötigen, aber wenn, dann ist es da.
Was an Funktionalität fehlt wird wie bei WordPress per Plugin erledigt, auch das Verfahren ist das Gleiche, man muss keinen Umweg über Download und FTP machen, es wird über das Adminmenü erledigt (einbinden von alternativen Themen natürlich ebenfalls), so die dafür benötigten PHP Funktionen beim Hoster freigeschaltet sind.

Support gibt es entweder über das, ziemlich verschlafene, deutschsprachige Forum oder für die Sprachkundigeren im englischsprachigen Forum. Wer französisch spricht ist wohl am Besten dran, viele Entwickler können besser Französisch und damit sind wir schon bei einem kleinen, lästigen Problem: einige der Plugins sind entweder gar nicht oder nur in franz. dokumentiert. Bei Einigen weiss ich bis heute nicht wofür sie da sind (was auch impliziert, dass ich sie nicht wirklich benötige).

Den üblichen Spielkram wie 5 Star Rating oder piclense Einbindung gibts natürlich auch, alles mal ausprobiert, aber nichts was ich dauerhaft wollte.

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