Leica Apo-Macro-Elmarit-R 1:2,8/100

Zu Analogzeiten war es mein leichtes Tele/Portraitobjektiv; Makros habe ich damit nie gemacht. Mit Makros fing ich erst 2005 mit der Eos 20D an.

Die Grundlegenden technischen Daten:

Brennweite : 100mm
Aufbau : 8 Linsen in 6 Gruppen; 7 Blendenlamellen; integrierte Gegenlichtblende
Blende : 2,8-22 in halben Blendenstufen
Naheinstellgrenze : 45cm;
Abbildungsmaßstab 1:2
Abmessungen : Ø 73 x 104,5 mm; 760 Gramm

Was einem beim Arbeiten damit auffällt, ist der enorme Einstellweg, vom Nahanschlag bis unendlich fast 2 komplette Umdrehungen (ca 710 grad), damit lässt sich ausgesprochen feinfühlig auf den Millimeter genau einstellen.

Das Apo-Macro-Elmarit-R 1:2,8/100 begeistert vor allem durch sein enormes, gleichmäßiges Auflösungsvermögen bis in die Ecken. Der Randabfall (bei Vollformat!) ist ausgesprochen gering, ein SUMMICRON-R 1:2/50 hat im zentralen Hotspot auf F:2,8 abgeblendet ein geringeres Auflösungsvermögen als das Apo offen am Rand. Abblenden verändert daran kaum noch was, das Auflösungsvermögen wird kaum gesteigert, so ab F4-5,6 seh ich auch keine Unterschiede zwischen Rand und Zentralbereich mehr, beim 100er Apo benutzt man die Blende zur Bildkomposition (Schärfentiefe) und nicht zur Steigerung der Auflösung.

Bokeh ist normalerweise nicht die Stärke von Objektiven die auf hohe Auflösung und gleichzeitig guten Mikrokontrast getrimmt sind, aber auch da ist das Apo noch überzeugend (ok die Summicrons 35/50mm oder das 80er Summilux sind „cremiger“).
An einer 5DI ist das Objektiv eigentlich unterfordert, da lässt sich auch kein (Auflösungs)Unterschied zu einem aktuellen Canon EF 100mm f2.8 Makro USM feststellen, erst wenn die Pixeldichte auf das Niveau einer 40D und höher steigt, zeigen sich leichte Vorteile fürs Apo (was jetzt aber jammern auf ziemlich hohem Niveau ist, wenn man das Canon hat).
Es gibt dann noch einen ziemlich unterschätzten Gegner aus dem gleichen Hause, das MACRO-ELMAR-R 1:4/100. Das ist als „echtes“ Makro berechnet, also ausnahmslos für den Nahbereich korrigiert und hat deswegen leichte Schwächen im Fernbereich, theoretisch. Hinsichtlich Auflösung ist es ähnlich, die Ränder sind ein bisschen weicher und das Bokeh ein bisschen härter. Dafür aber nur ein Abbildungsmaßstab von 1:3 und eine Blende lichtschwächer.

Mal ein paar Beispielbilder in Originalgröße und Offenblende, weitgehend unbearbeitet

Portrait 10D

Portrait 5D

Theater 20D

 

EOS 20D Makros bei Arbeitsblende 4-5,6 und Freihand :

Wohl eines der besten Objektive von Leica, eine Referenz an der sich Andere messen lassen (können/müssen?).

Damit sind wir auch schon bei den 2 größten Schwächen dieses Objektives:
Es gibt keine Entschuldigung mehr, kein „mit dem nächsten, teureren, besseren Objektiv werd ich endlich bessere Bilder machen“ und man wird verwöhnt, überkritisch gegenüber anderen Objektiven. Selbst ein hochgelobtes Canon 70-200L, das den Umsteiger von einem 70-300IS USM zu Begeisterungsausbrüchen bewegt, entlockt einem gerade mal ein „ganz nett“.
Es erleichtert einem aber auch Kompromisse, wenn man weiss „was geht“, wie die obere Grenze aussieht (und was sie kostet)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.